Breitbandausbau stockt – Fördermillionen werden von Kommunen einfach nicht abgerufen

Breitbandausbau – Internet noch immer #Neuland

Während man in einigen Vororten von NRW wie zum Beispiel in Hagen-Tiefendorf auch im September 2016 noch immer kein Internet über die Telefonleitung bekommt,  liegen 500 Millionen Euro des Landes für den Breitbandausbau bereit und werden aber von den Kommunen, in diesem Fall Hagen / Westf.  einfach nicht abgerufen.

Gerade mal 25 Millionen Euro  von den 500 Millionen Euro wurden in Gesamt-NRW bisher abgerufen um den Breitbandausbau in den schlecht versorgten Gebieten zu fördern und damit die Bandbreite zu verbessern.

Während die Bundesregierung ständig die Vorgaben erhöhtund an dem Ziel festhält, aktuell 50 MBit für jeden Haushalt bis 2018, sieht die Realität in 2016 ehr so aus, als würden wir auch das nicht schaffen. Tiefendorf, als ein Beispiel von vielen kleinen Ortschaften in NRW und Deutschland,  hat wie gesagt noch immer Null Bit, nicht mal das DSL light von 2000 oder das 2 Mbit aus 2004 oder das 16 Mbit aus 2013 und vermutlich auch nicht das 50 Mbit in 2018.

Die Telekom und ihre Mitbewerber, die als private Unternehmen in allererster Linie den Shareholder Value und die eigenen Vorstandsboni im Auge haben, bauen eben nur da aus, wo es sich für sie schnell lohnt. ROI = Return on Investment ist die Kennzahl der Stunde und nicht etwa Daseinsvorsorge.

Was ausgebaut wird sind in erster Linie dicht besiedelte Gebiete mit vielen Haushalten pro Straßenzug. Ländliche Gebiete und auch Gewerbegebiete fallen da schon mal in der Planung schnell vom Tisch. Zu wenig Gewinn bei zu hohen Investionen. Schlechtes ROI eben.

Fehler der Privatisierung und Fördermittel als Heilung

Der Fehler, der vom Bund bei der Privatisierung der Telekom gemacht wurden, nämlich das Festnetz gleich mit zu privatisieren und dann auch noch einem Unternehmenzu überlassen, das gleichzeitig im Wettbewerb zu anderen Providern steht,  schlagen jetzt voll durch. Die darauf folgenden „Rosinenpickerei“, und nichts anderes ist es, sorgt jetzt für einen Flickenteppich der Breitbandversorgung, der sich bedrohlich über ganz Deutschland legt. Es ensteht eine Mehrklassengesellschaft, mit Menschen die Zugang zu Informationen und damit auch Wissen und Bildung haben und Menschen, die im Tal der Ahnungslosen ihr Dasein fristen. Auch hier werden wir zukünftig Wanderbewegungen erleben.

Und denen gebieten und Menschen helfen auch keine technologischen „Wunderwerke“ wie UMTS, LTE oder SAT, die in der Realität zu teuer, unzuverlässig und mit zunehmender Nutzerzahl auch wieder langsamer werden.  Von den möglichen gesundheitlichen Problemen, die von diesen funkbasierten Technologien ausgehen, die längst nicht abschließend erforscht sind, gar nicht zu reden.  Nur Kabel ist das Wahre, entweder als Kupfer oder besser zukunftsorientiert gleich als Glasfaser bis ins Haus (FTTH).

Bund, Land und EU haben deshalb Fördertöpfe aufgelegt und gefüllt, die von den zuständigen Kommunen aber auch abgerufen werden müssen. Je nach Finanzlage der Kommunen müssen Eigenanteile in unterschiedlichen Höhen (von 0-25%)  geleistet werden. Dies ist in der Regel aber gut ausgegeben Geld, denn Breitband ist heute das, was in vorletzten Jahrhundert die Nähe zu einem Fluß und im letzten Jahrhundert die Nähe zu einer Autobahnauffahrt war, ein existenzieller Standortfaktor für ein Unternehmen. Als Firma und auch als Privatperson ist man heute schon sehr auf das Internet angewiesen. Eine Investition ins Breitband ist eine Investition in die Zukunft und sichert damit zukünftige Steuereinnahmen.

Was passiert, wenn Internet nicht in ausreichender Bandbreite verfügbar ist kann man auch sehr gut in Hagen sehen, da ziehen Firmen dann nach Dortmund, wo man die Zeichen der Zeit längst erkannt hat.  Und mit den Firmen verlassen dann auch die Mitarbeiter die Stadt, wie am Beispiel Douglas zu sehen, die zur Zeit nach Düsseldorf umziehen.

Irgendwie hat man allerdings den Eindruck, dass diese Erkenntnis noch nicht in den Köpfen der Verantwortlichen Fuß gefasst hat. Während die wohl nur die Summen sehen, die sie beisteuern müssen, blendet man die Summen, die sie verlieren werden oder ihnen entgehen, einfach aus.

Hätten unsere Vorfahren so im vorletzten Jahrhundert gedacht, gäbe es heute keine Eisenbahnlinien, keine Wasserstrassen, keine Autobahnen.

Man sollte vielleicht mal wieder weiter als nur bis zum aktuellen Quartalsende denken, sonst dauert es vielleicht bis ins nächste Jahrtausend bis auch in Hagen-Tiefendorf endlich mehr als Null Bit ankommen.

 

 

 

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